Grüne Gase

Grünes Gas:
Begriff, Relevanz
und Möglichkeiten

Was ist grünes Gas? Wie entsteht grünes Gas? Und wie kann grünes Gas zukünftig als Energieträger vorteilhaft genutzt werden? Auf all diese Fragen geben wir Ihnen hier aktuelle Antworten.

Was ist grünes Gas?

Grüne Gase sind erneuerbare und CO2-arme Gase, die auf unterschiedliche Weise produziert und genutzt werden können. Konkret stehen für uns die folgenden Energieträger im Fokus:

Grüner Wasserstoff

Grüner Wasserstoff wird meist durch die Elektrolyse von Wasser produziert, wobei für die Elektrolyse ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt wird.

Türkiser Wasserstoff

Türkiser Wasserstoff entsteht durch Methanpyrolyse. Unter hohen Temperaturen wird Methan in seine Bestandteile Wasserstoff und Kohlenstoff gespalten. Es entsteht im Vergleich zur Dampfreformierung kein CO2.

SNG (Synthetic Natural Gas)

SNG ist ebenfalls ein erneuerbares Gas. Mithilfe der Wind- und Sonnenenergie wird zunächst Wasserstoff erzeugt und anschließend mit CO2 aus erneuerbaren Energiequellen versetzt. Wie Biomethan kann SNG ohne Bedenken in die Gasinfrastruktur eingespeist werden.

Blauer Wasserstoff

Blauer Wasserstoff wird durch die Dampfreformierung von fossilem Erdgas gewonnen. Entstehendes Kohendioxid wird abgeschieden und unter der Erdoberfläche eingelagert. Diesen Vorgang nennt man CCS (Carbon Capture and Storage).

Biomethan und Bio-LNG

Bei Biomethan handelt es sich um aufbereitetes Biogas, welches wiederum aus landwirtschaftlichen Reststoffen und Abfällen gewonnen wird. Abgekühlt auf -162°C entsteht flüssiges Methan bzw. Bio-LNG, welches sich vor allem zur CO2-Reduzierung im Schwerlastverkehr eignet.

Unsere Leistungen
im Bereich grüne Gase

Wir sind Ihr Ansprechpartner für alle Fragen rund um grüne Gase. INFRACON unterstützt Sie bei der Umstellung auf eine nachhaltige Gasversorgung. Unser Leistungsprogramm umfasst die folgenden vier Leistungsbereiche.

Machbarkeits­studie zu grünen Gasen

Beim Einsatz von bzw. der Transformation zu grünen Gasen sind viele Aspekte zu berücksichtigen. INFRACON unterstützt Sie mit individuellen Machbarkeitsstudien, um Ihre Investitionsentscheidungen passgenau und unternehmensscharf treffen zu können. Wir berücksichtigen dabei Ihren Kapazitätsbedarf und ziehen bestehende sowie zukünftig notwendige technische Anlagen in die Untersuchung mit ein. Wir prüfen regionale und überregionale Erzeugungs- und Transportkapazitäten erneuerbarer Gase – von Wasserstoff in verschiedenen Mischverhältnissen, reinem Wasserstoff, Biomethan oder synthetischen Gasen (SNG).

H2 ready

Der Einsatz von Wasserstoff ist in der energieintensiven Industrie oftmals notwendig, um die nationalen und europäischen Klimaziele zu erreichen. Daher sollte man sich frühzeitig mit der Wasserstoffverträglichkeit seiner Anlagen und Netze auseinandersetzen. INFRACON bietet Ihnen ein breites Spektrum an Verträglichkeitsprüfungen, Analysen und Transformationskonzepten (Zielkonzepte) für einen planbaren und sicheren Betrieb Ihrer Anlagen.

Erzeugungs- und Einspeise­technolgien

Unsere Leistungen für Erzeugungs- und Einspeisetechnologien im Bereich grüner Gase umfasst die Aufnahme der Ist-Situation, die Konkurrenzanalyse verschiedener Technologien, die Planung, die Bauüberwachung, die Inbetriebnahme sowie bei Bedarf den dauerhaften Betrieb mit allen dazugehörigen Anforderungen an Wartung, Service und Instandhaltung der jeweiligen Anlage.

Schulung Einmaleins der grünen Gase

Die Transformation der Energiesysteme ist in vollem Gange – die Erzeugungsstrukturen erneuerbare Energien werden weiter ausgebaut, die fossilen Energieträger zurückgefahren und die nationale Wasserstoffstrategie auf den Weg gebracht. In diesem Zuge verändert sich auch die Gaswelt. Neben einem kurzfristigen Hochlauf für „graues“ Erdgas werden perspektivisch andere gasförmige Energieträger wie Biomethan und Wasserstoff zur Energieversorgung beitragen. INFRACON will diese Transformation des Energiesystems mit Ihnen gemeinsam gestalten. Zum besseren Verständnis der zukünftigen insbesondere gasförmigen Energieversorgung haben wir für Sie und Ihre Kollegen ein neues Schulungsformat entwickelt, welches sich den grünen Gasen widmet.

Wir sind Ihr Spezialist für grüne Gase.

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Grünes Gas:
häufige Fragen und Antworten

In unserer täglichen Arbeit als Experten für Gas-Infrastruktur begegnen uns viele interessante Fragen rund um das Thema „grünes Gas“. Wir möchten an dieser Stelle einige der zentralsten Fragen für Sie beantworten.

Ist Gas zukunftsfähig?

Ja, ist es. Aus zweierlei Gründen ist Gas als Energieträger zukunftsfähig. Zunächst einmal kann Gas erneuerbar und dekarbonisiert erzeugt werden. Mithilfe von Biomethan, synthetisch erzeugtem Methan sowie grünem Wasserstoff lassen sich die Klimaschutzziele erreichen. Darüber hinaus lässt sich das erneuerbare Gas sehr gut im vorhandenen Leitungsnetz zwischenspeichern. 

Der Primärenergieverbrauch von Deutschland zeigt, dass die erneuerbaren Stromerzeuger weiterwachsen und das ist auch gut so. Jedoch überwiegt der Anteil an kohlenstoffhaltigen Energieträgern. Dies wird sich ändern, dass wissen wir, aber erneuerbarer Strom lässt sich nur schwer speichern und die vorhandenen und neu entstehenden Anlagen zu drosseln, führt nicht zum Erfolg. Daher setzen wir uns für grüne Gase ein, die genau dort angreifen, wo der erneuerbare Strom seine Schwächen hat. Die gesteuerte und bedarfsgerechte Erzeugung von grünen Gasen sorgt dafür, die Energie zu speichern und sie den Kunden zur Verfügung zu stellen, die sich nur schwer elektrifizieren lassen.

Wie viel Biomethan wird gegenwärtig in Deutschland erzeugt? Wie groß ist das Biomethanpotenzial in Deutschland?

Gegenwärtig gibt es in Deutschland 220 Biogasanlagen, in denen das Biogas zu Biomethan aufbereitet und in das deutsche Erdgasnetz eingespeist wird. Diese Anlagen stellen ca. 10,7 TWh zur Verfügung. In den nächsten 10 bis 15 Jahren ist davon auszugehen, dass die benötigte Menge an Biomethan und Bio-LNG steigt. Die Gründe für diese Entwicklung sind sehr vielfältig. Die Betreiber von Biogasanlagen, die zur Stromerzeugung dienen, werden nach Ablauf der EEG-Förderung alternative Nachnutzungskonzepte anstreben. Die Aufbereitung und Einspeisung kann hierfür ein geeigneter Weg sein. Des Weiteren führt die Umsetzung der RED II in Deutschland dazu, dass die THG-Minderungsquote im Verkehr bis 2030 auf 14% ansteigt. Diese gesetzliche Vorgabe kann die Nachfrage nach gasbasierten biogenen Kraftstoffen als CNG oder LNG erhöhen. 

Der BDEW und die Deutsche Energie-Agentur prognostizieren, dass bis 2030 rund 100 TWh Biomethan erzeugt werden können. Diese Entwicklung ist daran gekoppelt, dass die Nachfrage deutlich steigt und die vorhandenen Biomethan-Potenziale, insbesondere bei Rest- und Abfallstoffen ausgeschöpft werden. 

Welche Branchen werden zunächst mit Wasserstoff und grünen Gasen versorgt?

Die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung fokussiert sich auf die Branchen, die sehr energieintensiv sind und deren schnelle Dekarbonisierung einen erheblichen Beitrag zur CO2-Reduktion beiträgt. Dies beinhalt Stahlerzeugung sowie die Chemie- und Petrochemie-Branche. Im Zuge dieser Fokussierung ist davon auszugehen, dass industrielle Wasserstoff-Cluster in Deutschland entstehen. Die Bündelung führt dazu, dass sich die Technologie rapide weiterentwickelt und weitere Branchen nachziehen werden. Weiterhin ist der Verkehrssektor ein Schwerpunkt der Wasserstoffstrategie, vor allem der Schwerlast– sowie Schiffsverkehr. 

Pauschale Aussagen aus der Entfernung können unscharf sein. Wir empfehlen deshalb eine professionelle Verträglichkeitsprüfung.

Kann für den Transport von Wasserstoff die vorhandene Erdgasinfrastruktur genutzt werden?

Der DVGW hat sich diesbezüglich schon intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Im Fokus stand hierbei eine Konzentration von 10 Vol.-% H2. 

Für Ferngasleitungen lässt sich festhalten, dass sich die typischen Rohrleitungsstähle für den Einsatz von Wasserstoff (bis zu 50 Vol.-%) eignen. Als größtes Problem wird die Risswachstumsgeschwindigkeit gesehen, wobei bis 50 Vol.-% lediglich marginale Veränderungen vorliegen. Doch bevor der Einsatz von Wasserstoff erfolgt, sind intelligente Molchfahrten und Integritätsbewertungen notwendig, um die Oberflächenqualität bewerten zu können. Des Weiteren existieren bereits erste Veröffentlichungen und Merkblätter zu Stählen, die sich für den reinen Einsatz von Wasserstoff eignen bzw. für Erdgas-Wasserstoffgemische. 

Bei Gasdruckregelanlagen ist Ähnliches zu beobachten. Für H2-Konzentrationen von 10 Vol.-% besteht derweil kein erhöhter Handlungsbedarf. Allein einzelne Bauteile bzw. deren Hersteller müssen ihre Prüfgrundlagen erneuern und entsprechende Zertifizierungen vornehmen. Hervorzuheben ist, dass sich aufgrund des negativen Joul-Thomson-Effektes des Wasserstoffs die Vorwärmleistung einer Gasdruckregelanlage sogar vermindert. 

Ähnliches gilt für Rohrleitungen aus Stahl und Kunststoff zur Gasverteilung, wo gegenwärtig kein Handlungsbedarf gesehen wird, um 10 Vol.-% Wasserstoff zu befördern. 

Neben der Eignung der einzelnen Bestandteile der Gasinfrastruktur bei höheren Wasserstoffkonzentrationen wird sich die Gaswirtschaft in Zukunft auch intensiv mit dem Thema schwankender Gasqualitäten auseinandersetzen müssen. Denn verschiedene Erdgaslieferquellen und die vermehrte Einspeisung grüner Gase haben Auswirkungen auf die gesamte Erdgaslogistik. 

Sie haben darüber hinaus noch weitere Fragen? Schreiben Sie uns einfach.

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